E-Mail-Versand schlägt fehl mit T-Online und Speedport W 724V

E-Mails mit Speedport W 724 V können nicht versendet werdenWas man nicht alles erlebt, wenn man mit Mac OS X 10.10 “Yosemite” in einem fremden WLAN einfach nur eine E-Mail versenden möchte! Zum Beispiel, daß es mit keinem einzigen eingerichteten SMTP-Server funktioniert, obwohl das Versenden von E-Mails im heimischen Netzwerk völlig problemlos vonstatten geht. Noch rätselhafter war, daß ein anderes MacBook Pro unter Mac OS X 10.8 “Mountain Lion” völlig problemlos E-Mails versenden konnte. Somit schied ein Problem der Firewall aus, und trotz nunmehr 25 Jahren IT-Erfahrung stand ich erstmal da wie ein Ochs vorm Berg. Als die Antwort auf meine Frage, welcher DSL-Anbieter eingesetzt wird, Telekom lautete, dämmerte mir, daß das Problem dann mit hoher Wahrscheinlichkeit hier zu suchen sein würde, denn bei T-Online war ja schon immer alles ein bißchen anders…

So bemühte ich die allseits bekannte Suchmaschine und traf tatsächlich auf ein Problem, das wohl in Verbindung mit dem Telekom-Router “Speedport W 724V” auftritt. Die ersten Einträge waren zwar aus dem Jahr 2011, aber ich weiß bereits aus Erfahrung, daß die “Telekomiker” nicht immer die Schnellsten sind in Sachen Fehlerbehebung. Ein kurzer Check ergab, daß in jenem Netzwerk tatsächlich der Speedport W 724V eingesetzt wird. Dieser blockiert in der Standardeinstellung den Versand von E-Mails über zahlreiche Provider, angeblich, um den Versand von Spam-Mails zu unterbinden. Für diesen Zweck verfügt der Router über eine Liste “sicherer E-Mail-Server”, die vermutlich nur große und bekannte Anbieter wie T-Online, Freenet, GMX o.Ä. enthalten wird. Alle anderen SMTP-Mailserver werden von den Routern dieser Bauart schlichtweg blockiert, wodurch es beim Versand einer E-Mail zu einem Timeout-Fehler kommt. Übrigens befinden sich auch iCloud-Adressen von Apple nicht in der Liste sicherer E-Mail-Server, und über diese können ebenfalls keine E-Mails versendet werden.

Speedport W724 V mit Problemen beim E-Mail-Versand

Leider hat die Telekom offenbar bis heute dieses Problem nicht gelöst, indem sie beispielsweise die “Liste sicherer E-Mail-Server” erweitert oder diese Funktion benutzerfreundlicher gestaltet hat. Zum Glück gibt es aber eine Lösung für das Problem:

  • Melden Sie sich am Speedport W 724V Router mit entsprechendem Kennwort an. Die IP-Adresse ist standardmäßig 192.168.2.1.
  • Klicken Sie nun auf das Symbol “Internet”.
  • Klicken Sie anschließend NICHT auf [Weiter], sondern auf [Abbrechen], wodurch Sie sich nun in der Konfigurationsansicht befinden.
  • Wählen Sie auf der linken Seite den Punkt “Liste der sicheren E-Mail-Server verwenden”.
  • Deaktivieren Sie diese Funktion, indem Sie das entsprechende Häkchen entfernen.
  • Melden Sie sich am Speedport W 724V Router wieder ab.

Ab sofort sollten Sie problemlos E-Mails über jeden beliebigen E-Mail-Anbieter versenden können. Warum das andere MacBook Pro unter Mac OS X 10.8 “Mountain Lion” dennoch E-Mails versenden konnte, habe ich nicht mehr überprüft. Ich vermute jedoch, daß es hier nicht am Betriebssystem liegt, sondern daß sich der E-Mail-Anbieter “Freenet”, der auf dem Gerät eingerichtet war, in der Liste der sicheren E-Mail-Server des Routers befunden hat und somit nicht blockiert wurde.


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    • Udo
    • 17. Apr. 2015

    Na da geb ich doch mal einen Kommentar für ab.
    Ich habe das gleiche Problem seit mehreren Wochen mit dem Speedport W724 V.
    Das tolle ist, vom PC aus geht alles, Mails können versendet umd empfangen werden.
    Vom Android Smartphone aus jedoch nicht, obwohl das gleiche WLAN (habe nur eines).
    Das allerbeste an der Telekomschachtel ist, mit der aktuellen Firmware (05011603.00.002) welche ich gestern einfespielt habe wird sogar der Haken in der Konfig des Spaaeports ignoriert (Liste der sicheren Email-Server). Egal ob der Haken drin ist oder nicht, mit Android geht nichts, Mit PC einwandfrei, sogar von mehreren PC’s.
    Ich habe jetzt eine Mail-App gefunden mit welcher alles ohne Probleme funktioniert, mit K9 geht alles, finde ich seltsam.
    Den will ich aber gar nicht unbedingt nutzen, möchte nicht von irgend einer Software abhängig sein.
    Ich werde sobalt ich Zeit habe hier einen Proxy dazwischenhängen um zu sehen was da abgeht, denn es gibt ja eindeutig Email-Clients die da durch kommen und welche die nicht.
    Auf jeden Fall Herzlichen Glückwunsch dem Speedport, denn er ist anscheinend der einzige Router der nicht mit allem klar kommt.
    Wenn jemand was auffällt….?

      • Martin
      • 10. Mai. 2015

      Hallo zusammen,

      habe vor 6 Tagen nach Anbieterwechsel den Anschluss der Telekom (Komplettpaket Telefonie, Internet und Home Entertain) bekommen mit dem besagtem Speedport W724V und habe mich gestern Abend, nachdem ich von einer Dienstreise zurückgekommen war, gewundert, dass seit der Umstellung alle e-Mails (die vom iPad und vom Mac mit Apple Mail-Accounts und Alice/O2 ebenfalls) nicht versendet wurden, sondern im Ausgangsordner hängengeblieben waren. Nach mehrstündigem Suchen und Rumprobieren habe ich besagtes Häkchen bei den Einstellungen gefunden und deaktiviert, seitdem funktioniert es. Alle Versuche die SMTP-Serveradresse von Apple (smtp.me.com und alle denkbaren Varianten) und die Liste der sicheren e-Mail-Server einzutragen haben nichts gebracht. Ich hätte gleich mal googeln sollen, hätte mir viel Zeit erspart. Die aktuell installierte Firmware ist die Version 01011603.00.00. Wenigstens klappt es hier, das Häkchen zu entfernen und es wird auch von der Firmware entsprechend verarbeitet.

      Viele Grüße

    • checka2000
    • 20. Mrz. 2016

    habe eben einem kunden 2 stunden lang geholfen den fehler zu finden. immer wenn man denkt die telekom kann nicht noch dümmer, überraschen sie einem mit etwas hirnverbranntem, wie diesem alptraum an userdrangsulierung.

    ich will gar nicht wissen, wieviele stunden an zeit hier vernichtet werden, indem eine absolut unausgegorene spam lösung ohne zustimmung der user implementiert wird.

    sinnvoll wäre es maximal den emailversand von nicht authentifizierten email servern auf etwa 200 mails am tag zu begrenzen, so erreicht man nur die user zu nerven, denn hier wird präventiv davon ausgegangen, dass ein trojanrer den rechner infiziert hat, über den dann spam mais versendet werden.

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