Jeffrey Sachs warnt Deutschland: Warum Europas Sicherheit neu gedacht werden muss

Jeffrey Sachs schreibt offenen Brief an Bundeskanzler Merz

Mit seinem offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz, veröffentlicht am 17.12.2025 in der Berliner Zeitung, meldet sich der bekannte Ökonom und Professor Jeffrey D. Sachs mit einer Deutlichkeit zu Wort, die in der aktuellen europäischen Debatte selten geworden ist. Sachs spricht dabei nicht als Aktivist, nicht als Parteigänger und nicht als Kommentator aus der Distanz, sondern als Ökonom und Politikberater, der über Jahrzehnte hinweg an zentralen Schnittstellen internationaler Krisen, Sicherheitsarchitekturen und wirtschaftlicher Umbrüche gearbeitet hat. Der offene Brief enthält ein ungewöhnlich scharfes Zitat:

„Lernen Sie Geschichte, Herr Bundeskanzler.“

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Ulrike Guérot: Eine Europäerin zwischen Idee, Universität und öffentlichem Diskurs

Ulrike Guérot und Europa

Es gibt Menschen, deren Gedanken man nicht deshalb gerne verfolgt, weil man ihnen in allem zustimmt, sondern weil sie sich bemühen, die Dinge zu durchdringen. Ulrike Guérot gehört für mich zu diesen Stimmen. Seit einigen Jahren sehe ich mir immer wieder Vorträge von ihr an – nicht regelmäßig, nicht ritualisiert, sondern dann, wenn mir ein Thema begegnet, bei dem ich das Gefühl habe, dass es sich lohnt, genauer hinzuhören. Was dabei auffällt: Sie argumentiert ruhig, strukturiert und weitgehend unideologisch.

Das macht ihre Vorträge nicht spektakulär im medialen Sinn, aber tragfähig. Man kann ihr lange zuhören, ohne das Gefühl zu haben, dass hier ein fertiges Weltbild verkauft werden soll. Gerade in einer Zeit, in der politische Debatten häufig moralisch aufgeladen oder emotional verkürzt werden, wirkt diese Art des Sprechens fast altmodisch. Im besten Sinne.

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Spieltheorie erklärt 25 Jahre Geopolitik: Wie Europa seine strategische Rolle verlor

Spieltheorie erklärt 25 Jahre Geopolitik

Spieltheorie klingt für viele nach trockener Mathematik, nach Formeln, nach etwas, das nur in Vorlesungen oder Planspielen eine Rolle spielt. In Wahrheit ist sie jedoch ein uraltes Denkwerkzeug, das weit vor seiner akademischen Formalisierung existierte. Diplomaten nutzten es, Kommandeure nutzten es, Wirtschaftskapitäne nutzten es – lange bevor es diesen Namen überhaupt trug. Es ist am Ende nichts anderes als die nüchterne Frage:

„Wenn mehrere Akteure in einer unsicheren Lage entscheiden müssen – welche Optionen haben sie, und was folgt daraus?“

Dieses Denken ist heute erstaunlich selten geworden. Statt Alternativen zu analysieren, verengt sich vieles auf moralische Erzählungen oder spontane Deutungen. Dabei wäre gerade in geopolitischen Fragen die klare Analyse der Möglichkeiten das Fundament jeder reifen Politik. Genau dieses alte Handwerk möchte ich in diesem Artikel wieder aufgreifen.

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Dauerkrise als Normalzustand: Wie Narrative unsere Wahrnehmung verzerren

Dauerkrise, Narrative

Es ist merkwürdig, wie bestimmte Entwicklungen sich leise anschleichen und erst rückblickend ihre ganze Wirkung zeigen. Wenn ich heute darüber nachdenke, wie ich Nachrichten wahrnehme, merke ich, dass sich mein Umgang damit schon vor mehr als zwanzig Jahren grundlegend verändert hat. Seit der Jahrtausendwende schaue ich kaum noch klassische Fernsehnachrichten. Das war nie eine bewusste Entscheidung gegen etwas – eher ein schleichendes Herauswachsen. Irgendwann fiel mir schlicht auf, dass die tägliche Berieselung durch wechselnde Weltuntergänge weder mein Leben verbesserte noch meine Sicht klarer machte.

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Das 28. Regime der EU: Der stille Umbau des europäischen Wirtschaftsraums?

28. EU-Regime

Im Moment spricht halb Europa über das sogenannte „28. Regime“. Viele fragen sich, was das eigentlich sein soll. Ein neuer Staat? Ein geheimes EU-Projekt? Oder einfach nur ein weiterer Versuch, den Binnenmarkt zu modernisieren? Tatsächlich handelt es sich um ein Konzept, das zwar groß klingt, aber im Kern erst einmal eine zusätzliche Unternehmensform beschreibt, die optional und rein freiwillig sein soll. Der Name „28. Regime“ kommt daher, dass es neben den 27 nationalen Rechtsordnungen ein weiteres Regelwerk gäbe – wie ein zusätzliches Werkzeug in einer bereits vollen Werkzeugkiste.

Die Idee dahinter ist nicht über Nacht entstanden. Schon seit Jahren klagen Start-ups, Investoren und auch manche Mittelständler darüber, dass die EU aus 27 sehr unterschiedlichen Wirtschaftsräumen besteht. Je nachdem, in welchem Land man startet, muss man andere Regeln beachten: andere Gründungsformalitäten, andere Haftungsregeln, andere Vorgaben für Mitarbeiterbeteiligungen oder Kapitalaufnahme. Für internationale Tech-Unternehmen ist das ein Hindernis, für Gründer oft abschreckend. Genau hier wollen die EU-Institutionen ansetzen.

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CLOUD-Act, Datenhoheit und die Schweiz: Ein Wendepunkt für europäische IT-Strategien?

Was bedeutet die Schweizer Cloud-Resolution für Europa

In der Schweiz ist Mitte November etwas passiert, das in dieser Form kaum jemand erwartet hat: Die Datenschutzbeauftragten des Landes haben eine klare, beinahe schon historische Resolution verabschiedet. Die Botschaft dahinter ist einfach – und gleichzeitig hoch brisant: Behörden sollen ihre sensibelsten Daten nicht mehr bedenkenlos in internationale Cloud-Dienste wie Microsoft 365 auslagern. Warum das?

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Die neuen EU-Zensurgesetze: Was Chatcontrol, DSA, EMFA und der AI Act bedeuten

EU Zensurgesetze

In einer zunehmend digitalisierten Welt verbringen wir viel Zeit online: Beim Chatten, Einkaufen, Arbeiten, Informieren. Gleichzeitig verändern sich die Regeln dafür, wie Inhalte geteilt, moderiert oder kontrolliert werden. Die Digital Services Act (DSA), der European Media Freedom Act (EMFA), der geplante Regulation to Prevent and Combat Child Sexual Abuse (CSAR, oft „Chatcontrol“ genannt) und der AI Act sind zentrale Gesetzesvorhaben der Europäische Union (EU), mit denen sie das digitale Umfeld regulieren will.

Diese Regelwerke mögen auf den ersten Blick weit entfernt erscheinen – aber sie haben Auswirkungen auf dich als Privatperson und auch auf kleine oder mittlere Unternehmen. Dieser Artikel begleitet Dich Schritt für Schritt: von der Frage „Was ist hier geplant?“ über die Hintergründe und Zeitachsen bis hin zum Perspektivwechsel: Was bedeutet das konkret für Dich im Alltag?

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Die digitale ID der EU: Verknüpfung, Kontrolle und Risiken im Alltag

Digitale ID der EU

Wenn man von „digitaler ID“, „europäischer Identitäts-Wallet“ oder „EUDI-Wallet“ hört, klingt das zunächst abstrakt – fast wie ein weiteres kompliziertes IT-Projekt aus Brüssel. Viele Menschen haben noch nie bewusst von „eIDAS 2.0“ gehört, dem zugrunde liegenden EU-Regelwerk. Und doch betrifft dieses Projekt langfristig nahezu jeden Bürger der Europäischen Union.

Im Kern geht es um etwas, das wir seit Jahrzehnten auf Papier oder als Plastikkarte im Alltag mitführen: den amtlichen Nachweis unserer Identität. Bisher besitzen wir verschiedene Dokumente – Personalausweis, Führerschein, Krankenversicherungskarte, Steuer-ID, Konto-Login, Versichertennummer. Jedes System arbeitet getrennt, jedes mit eigenen Abläufen, oft verwirrend und manchmal ärgerlich.

Die EU verfolgt nun das Ziel, diese verstreuten Identitätsbereiche in einer einheitlichen digitalen Lösung zusammenzuführen.

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