In der Schweiz ist Mitte November etwas passiert, das in dieser Form kaum jemand erwartet hat: Die Datenschutzbeauftragten des Landes haben eine klare, beinahe schon historische Resolution verabschiedet. Die Botschaft dahinter ist einfach – und gleichzeitig hoch brisant: Behörden sollen ihre sensibelsten Daten nicht mehr bedenkenlos in internationale Cloud-Dienste wie Microsoft 365 auslagern. Warum das?
Datenschutz
Datenschutz ist längst mehr als ein juristisches Randthema – er ist zu einem der zentralen Pfeiler unserer digitalen Selbstbestimmung geworden. In einer Zeit, in der persönliche Daten als neue Währung gelten, wird der souveräne Umgang mit Informationen zu einer Frage der Verantwortung – für Unternehmen ebenso wie für jeden Einzelnen.
Unter diesem Tag erscheinen Beiträge, die sich kritisch und praxisnah mit Fragen rund um Datenspeicherung, Tracking, Cloud-Dienste, staatliche Überwachung und digitale Autonomie befassen. Ziel ist es, Orientierung zu bieten – jenseits von Panikmache, aber auch jenseits blinder Technikgläubigkeit.
Die neuen EU-Zensurgesetze: Was Chatcontrol, DSA, EMFA und der AI Act bedeuten
In einer zunehmend digitalisierten Welt verbringen wir viel Zeit online: Beim Chatten, Einkaufen, Arbeiten, Informieren. Gleichzeitig verändern sich die Regeln dafür, wie Inhalte geteilt, moderiert oder kontrolliert werden. Die Digital Services Act (DSA), der European Media Freedom Act (EMFA), der geplante Regulation to Prevent and Combat Child Sexual Abuse (CSAR, oft „Chatcontrol“ genannt) und der AI Act sind zentrale Gesetzesvorhaben der Europäische Union (EU), mit denen sie das digitale Umfeld regulieren will.
Diese Regelwerke mögen auf den ersten Blick weit entfernt erscheinen – aber sie haben Auswirkungen auf dich als Privatperson und auch auf kleine oder mittlere Unternehmen. Dieser Artikel begleitet Dich Schritt für Schritt: von der Frage „Was ist hier geplant?“ über die Hintergründe und Zeitachsen bis hin zum Perspektivwechsel: Was bedeutet das konkret für Dich im Alltag?
Die stille Gefahr von Wearables: Wenn Bequemlichkeit zur Überwachung wird
Wearables gehören inzwischen zum Alltag. Viele Menschen tragen heute selbstverständlich eine Smartwatch, zählen ihre Schritte, schauen auf ihre Schlafqualität oder lassen sich im Alltag an Pausen erinnern. Und ich gestehe gern: Ich selbst habe auch eine Apple Watch, und ich finde diese Technik auf ihre Art absolut faszinierend. Sie kann Dinge, die vor wenigen Jahren noch reine Zukunftsmusik gewesen wären. Trotzdem nutze ich meine Apple Watch nur selten.
Und gerade jetzt, nach den neuesten Berichten und Aussagen von Fachleuten, fällt mir wieder auf, dass diese Zurückhaltung gar nicht so falsch ist. Denn viele moderne Kopfhörer und Wearables enthalten heute Sensoren, die weit mehr messen können, als man auf den ersten Blick ahnt. Nicht jeder Kopfhörer hat das – aber die Richtung ist eindeutig: immer mehr Technik wandert unauffällig in kleine Geräte, die wir dicht am Körper tragen.
Die digitale ID der EU: Verknüpfung, Kontrolle und Risiken im Alltag
Wenn man von „digitaler ID“, „europäischer Identitäts-Wallet“ oder „EUDI-Wallet“ hört, klingt das zunächst abstrakt – fast wie ein weiteres kompliziertes IT-Projekt aus Brüssel. Viele Menschen haben noch nie bewusst von „eIDAS 2.0“ gehört, dem zugrunde liegenden EU-Regelwerk. Und doch betrifft dieses Projekt langfristig nahezu jeden Bürger der Europäischen Union.
Im Kern geht es um etwas, das wir seit Jahrzehnten auf Papier oder als Plastikkarte im Alltag mitführen: den amtlichen Nachweis unserer Identität. Bisher besitzen wir verschiedene Dokumente – Personalausweis, Führerschein, Krankenversicherungskarte, Steuer-ID, Konto-Login, Versichertennummer. Jedes System arbeitet getrennt, jedes mit eigenen Abläufen, oft verwirrend und manchmal ärgerlich.
Die EU verfolgt nun das Ziel, diese verstreuten Identitätsbereiche in einer einheitlichen digitalen Lösung zusammenzuführen.
Apple MLX vs. NVIDIA: So funktioniert lokale KI-Inferenz auf dem Mac
Wer heute mit Künstlicher Intelligenz arbeitet, denkt oft zuerst an ChatGPT oder ähnliche Online-Dienste. Man tippt eine Frage ein, wartet ein paar Sekunden – und erhält eine Antwort, als säße ein sehr belesener, geduldiger Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung. Doch was dabei leicht vergessen wird: Jede Eingabe, jeder Satz, jedes Wort wandert über das Internet zu fremden Servern. Dort wird die eigentliche Arbeit erledigt – auf riesigen Rechnern, die man selbst nie zu Gesicht bekommt.
Ein lokales Sprachmodell funktioniert im Prinzip genauso – nur eben ohne Internet. Das Modell liegt als Datei auf dem eigenen Computer, wird beim Start in den Arbeitsspeicher geladen und beantwortet Fragen direkt auf dem Gerät. Die Technik dahinter ist dieselbe: ein neuronales Netz, das Sprache versteht, Texte generiert und Muster erkennt. Nur dass die gesamte Berechnung im eigenen Haus bleibt. Man könnte sagen: ChatGPT ohne Cloud.
Die elektronische Patientenakte (ePA) im Faktencheck: Risiken, Rechte und Widerspruch
Die elektronische Patientenakte, kurz ePA, ist eines der ambitioniertsten Digitalisierungsprojekte im deutschen Gesundheitswesen. Sie soll medizinische Informationen zentral bündeln – von Befunden und Laborwerten über Medikationspläne bis hin zu Impfungen und Krankenhausberichten. Ärzte, Therapeuten, Apotheken und Patienten sollen dadurch besser miteinander vernetzt, Doppeluntersuchungen vermieden und die Behandlungsqualität verbessert werden.
Was auf dem Papier modern und effizient klingt, wirft in der Praxis zahlreiche Fragen auf: Wer hat Zugriff? Wie sicher sind die Daten? Und vor allem: Will ich überhaupt, dass all meine Gesundheitsinformationen zentral gespeichert und zugänglich sind – auch dann, wenn ich nicht darum gebeten habe?
Der digitale Euro kommt – was er bedeutet, was er nicht darf, und was er könnte
Öffentliches Geld ist mehr als nur ein Tauschmittel – es ist ein Symbol staatlicher Souveränität, ein Garant für wirtschaftliche Ordnung und ein Mittel zur freien Teilhabe aller Bürger am Wirtschaftsleben. Über Jahrhunderte hinweg war Bargeld Ausdruck dieser Freiheit: anonym, bedingungslos einsetzbar, überall gültig. Mit der schrittweisen Verdrängung des Bargelds durch digitale Zahlverfahren stellt sich nun eine zentrale Frage neu: Wer kontrolliert das Geld der Zukunft – und unter welchen Bedingungen?
Zwangsmigration bei HostEurope: Wenn E-Mails plötzlich in der Cloud landen
Es gibt Entscheidungen, die man als Selbstständiger gern aufschiebt, weil sie lästig sind. Der Wechsel des Hosting-Anbieters gehört zweifellos dazu. Solange die Webseiten laufen, die Mails ankommen und die Rechnungen bezahlt werden, denkt man: Warum etwas anfassen, das funktioniert?
Doch manchmal merkt man zu spät, dass „funktionieren“ längst nicht mehr „stimmen“ bedeutet. Denn mein Webhosting-Anbieter Hosteurope war der Meinung, seine Kunden ohne aktive Zustimmung mit einer kostenpflichtigen Zwangsmigration zu Microsoft 365 beglücken zu müssen. Im folgenden meine Erfahrungen, die für mich mit einer Migration zu einem anderen Hosting-Anbieter endete.