Propaganda: Geschichte, Methoden, moderne Formen und wie man sie erkennt

Was ist Propaganda?

Für viele – und so ging es mir lange selbst – war Propaganda etwas, das man aus dem Geschichtsunterricht kennt. Ein Thema, das fest verortet schien: im Dritten Reich, vielleicht noch in der DDR, also in klar abgegrenzten, autoritären Systemen. Uns wurde vermittelt, dass Propaganda dort existierte, weil diese Systeme sie brauchten – und dass sie in einer offenen, demokratischen Gesellschaft wie der Bundesrepublik Deutschland eigentlich keine Rolle spiele.

Diese Sichtweise war bequem. Und sie war lange plausibel. Denn Propaganda wurde fast immer als etwas Offensichtliches gezeigt: als Parole, als Plakat, als martialische Bildsprache. Etwas, das man erkennt, sobald man es sieht – und von dem man sich innerlich distanzieren kann. Heute wirkt diese Gewissheit brüchig. Nicht, weil sich Menschen plötzlich verändert hätten, sondern weil sich die Form der Beeinflussung verändert hat. Und genau deshalb lohnt es sich, ganz ruhig und ohne Aufgeregtheit zu klären, was Propaganda eigentlich ist – und was nicht.

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Die Krimtataren – Geschichte, Herkunft und Gegenwart eines vergessenen Volkes

Krimtartaren-Steppe

Die Krim steht seit Jahren immer wieder im Fokus der Schlagzeilen. In diesem Zusammenhang fällt häufig auch der Name der Krimtataren – meist knapp, oft ohne Erklärung. Wer verstehen will, wer die Krimtataren sind, muss jedoch deutlich weiter zurückgehen als bis zu den politischen Konflikten der Gegenwart.

Es geht nicht um ein einzelnes Ereignis oder eine klare „Geburtsstunde“, sondern um einen langen historischen Prozess. Dieses Kapitel versucht, genau das einmal im Detail zu erläutern: woher dieses Volk kommt, wie es sich formte und warum seine Identität nicht an Staatsgrenzen festzumachen ist.

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Jeffrey Sachs warnt Deutschland: Warum Europas Sicherheit neu gedacht werden muss

Jeffrey Sachs schreibt offenen Brief an Bundeskanzler Merz

Mit seinem offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz, veröffentlicht am 17.12.2025 in der Berliner Zeitung, meldet sich der bekannte Ökonom und Professor Jeffrey D. Sachs mit einer Deutlichkeit zu Wort, die in der aktuellen europäischen Debatte selten geworden ist. Sachs spricht dabei nicht als Aktivist, nicht als Parteigänger und nicht als Kommentator aus der Distanz, sondern als Ökonom und Politikberater, der über Jahrzehnte hinweg an zentralen Schnittstellen internationaler Krisen, Sicherheitsarchitekturen und wirtschaftlicher Umbrüche gearbeitet hat. Der offene Brief enthält ein ungewöhnlich scharfes Zitat:

„Lernen Sie Geschichte, Herr Bundeskanzler.“

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Ulrike Guérot: Eine Europäerin zwischen Idee, Universität und öffentlichem Diskurs

Ulrike Guérot und Europa

Es gibt Menschen, deren Gedanken man nicht deshalb gerne verfolgt, weil man ihnen in allem zustimmt, sondern weil sie sich bemühen, die Dinge zu durchdringen. Ulrike Guérot gehört für mich zu diesen Stimmen. Seit einigen Jahren sehe ich mir immer wieder Vorträge von ihr an – nicht regelmäßig, nicht ritualisiert, sondern dann, wenn mir ein Thema begegnet, bei dem ich das Gefühl habe, dass es sich lohnt, genauer hinzuhören. Was dabei auffällt: Sie argumentiert ruhig, strukturiert und weitgehend unideologisch.

Das macht ihre Vorträge nicht spektakulär im medialen Sinn, aber tragfähig. Man kann ihr lange zuhören, ohne das Gefühl zu haben, dass hier ein fertiges Weltbild verkauft werden soll. Gerade in einer Zeit, in der politische Debatten häufig moralisch aufgeladen oder emotional verkürzt werden, wirkt diese Art des Sprechens fast altmodisch. Im besten Sinne.

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Cloud-KI als Oberlehrer: Warum die Zukunft des Arbeitens bei lokaler KI liegt

Cloud-KI wird zum Oberlehrer

Als die großen Sprachmodelle vor einigen Jahren ihren Siegeszug antraten, wirkten sie fast wie eine Rückkehr zu alten Tugenden der Technik: Ein Werkzeug, das tut, was man ihm sagt. Ein Werkzeug, das dem Anwender dient, nicht umgekehrt. Die ersten Versionen – von GPT-3 bis GPT-4 – hatten Schwächen, ja, aber sie waren erstaunlich hilfreich. Sie erklärten, analysierten, formulierten, lösten Aufgaben. Und sie taten das weitgehend ohne pädagogischen Ballast.

Man sprach mit diesen Modellen wie mit einem gelehrten Mitarbeiter, der sich zwar mal verhaspelte, aber im Kern einfach arbeitete. Wer damals Kreativtexte schrieb, Programmcode generierte oder längere Analysen erstellte, erlebte, wie reibungslos das ging. Es herrschte ein Gefühl von Freiheit, von offener Gestaltungsfläche, von einer Technik, die den Menschen unterstützt, statt ihn zu korrigieren.

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Dauerkrise als Normalzustand: Wie Narrative unsere Wahrnehmung verzerren

Dauerkrise, Narrative

Es ist merkwürdig, wie bestimmte Entwicklungen sich leise anschleichen und erst rückblickend ihre ganze Wirkung zeigen. Wenn ich heute darüber nachdenke, wie ich Nachrichten wahrnehme, merke ich, dass sich mein Umgang damit schon vor mehr als zwanzig Jahren grundlegend verändert hat. Seit der Jahrtausendwende schaue ich kaum noch klassische Fernsehnachrichten. Das war nie eine bewusste Entscheidung gegen etwas – eher ein schleichendes Herauswachsen. Irgendwann fiel mir schlicht auf, dass die tägliche Berieselung durch wechselnde Weltuntergänge weder mein Leben verbesserte noch meine Sicht klarer machte.

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Jan-Josef Liefers: Ein Porträt über Haltung, Herkunft und künstlerische Freiheit

Jan-Josef Liefers

Wenn man Jan-Josef Liefers heute als exzentrischen Professor Boerne im „Tatort“ sieht, vergisst man leicht, wie weit der Weg dorthin war. Ich selbst habe ihn in dieser Rolle immer gern gesehen: als Mischung aus Feingeist, Narzissmus, Humor und verblüffender Klarheit. Aber genau diese Mischung kommt nicht aus dem Nichts. Sie ist das Ergebnis eines Lebens, das in einem ganz anderen Deutschland begonnen hat – in der DDR, in einem Land mit engen Grenzen und klaren Vorgaben.

Um zu verstehen, warum Liefers heute so konsequent Haltung zeigt, muss man dorthin zurückgehen: in seine Kindheit, in die Theaterwelt seiner Eltern und in eine Zeit, in der Kritik am System alles andere als folgenlos war.

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Warum Dieter Bohlen spricht, wenn andere schweigen: Ein Porträt über Fleiß und Klarheit

Es gibt Persönlichkeiten, die man erst dann richtig versteht, wenn man sich von ihrem öffentlichen Image löst. Dieter Bohlen gehört genau in diese Kategorie. Musikalisch bin ich selbst kein großer Fan seiner seichten, oft sehr einfachen Melodien – und doch muss man der Fairness halber sagen: Für die 1980er-Jahre war das, was er geschaffen hat, handwerklich ausgesprochen präzise, zielgruppenorientiert und klar strukturiert. Bohlen war nie der große Künstler im romantischen Sinne. Aber er war ein hervorragender Kaufmann, ein fleißiger Arbeiter und jemand, der sein Handwerk verstand, wie es heute nur noch wenige tun.

Was ihn interessant macht, ist für mich nicht so sehr seine Musik – sondern die Tatsache, dass er über Jahrzehnte hinweg erfolgreich blieb, während um ihn herum ganze Generationen von Künstlern kamen und gingen. Und dass er heute – nach langen Jahren des Schweigens – plötzlich zu gesellschaftlichen Fragen klar Stellung bezieht. Das ist der Grund, warum es sich lohnt, die Person Dieter Bohlen einmal jenseits des üblichen Medienbildes zu betrachten: nicht als Pop-Titan, nicht als TV-Sprücheklopfer, sondern als Handwerker, Kaufmann und Spiegel einer Zeit, die sich selbst immer weniger versteht.

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