Wenn Du mitten in einer Krise steckst, wirkt alles dringlich. Du hast das Gefühl, sofort handeln zu müssen, sofort sprechen zu müssen, sofort entscheiden zu müssen. Und oft kommt noch ein zweites Gefühl dazu: Wenn Du jetzt nicht dranbleibst, rutscht Dir alles weg. Das ist verständlich. Es ist auch menschlich. Nur: Genau an dieser Stelle beginnt häufig der Fehler.
Denn Nähe ist nicht automatisch Klarheit. Nähe kann auch bedeuten, dass Du zu nah dran bist, um überhaupt noch zu sehen, was wirklich passiert. So wie man ein Gemälde nicht erkennt, wenn man mit der Nase an der Leinwand klebt. Du siehst dann nur noch einzelne Pinselstriche – und hältst sie für das ganze Bild.
Ein Freeze-out ist, richtig verstanden, nichts anderes als ein Schritt zurück. Nicht, um wegzulaufen, sondern um wieder sehen zu können.