Propaganda: Geschichte, Methoden, moderne Formen und wie man sie erkennt

Was ist Propaganda?

Für viele – und so ging es mir lange selbst – war Propaganda etwas, das man aus dem Geschichtsunterricht kennt. Ein Thema, das fest verortet schien: im Dritten Reich, vielleicht noch in der DDR, also in klar abgegrenzten, autoritären Systemen. Uns wurde vermittelt, dass Propaganda dort existierte, weil diese Systeme sie brauchten – und dass sie in einer offenen, demokratischen Gesellschaft wie der Bundesrepublik Deutschland eigentlich keine Rolle spiele.

Diese Sichtweise war bequem. Und sie war lange plausibel. Denn Propaganda wurde fast immer als etwas Offensichtliches gezeigt: als Parole, als Plakat, als martialische Bildsprache. Etwas, das man erkennt, sobald man es sieht – und von dem man sich innerlich distanzieren kann. Heute wirkt diese Gewissheit brüchig. Nicht, weil sich Menschen plötzlich verändert hätten, sondern weil sich die Form der Beeinflussung verändert hat. Und genau deshalb lohnt es sich, ganz ruhig und ohne Aufgeregtheit zu klären, was Propaganda eigentlich ist – und was nicht.

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KI für Anfänger: Wie Du ohne Vorkenntnisse sinnvoll mit Künstlicher Intelligenz startest

KI für Anfänger

Künstliche Intelligenz wirkt auf viele Menschen wie ein plötzlich auftauchendes Phänomen. Noch vor wenigen Jahren spielte sie im Alltag kaum eine Rolle, heute ist sie ständig präsent – in Nachrichten, in Diskussionen, in Gesprächen am Arbeitsplatz. Der Eindruck täuscht allerdings. KI ist nicht über Nacht entstanden. Sie wird seit Jahrzehnten erforscht, entwickelt und in Spezialbereichen eingesetzt. Neu ist nicht die Idee, sondern der Zugang.

Künstliche Intelligenz gibt es als Forschungsidee seit Jahrzehnten. Lange Zeit war das ein Thema für Universitäten, Großkonzerne und Spezialanwendungen. Der große Unterschied heute ist: Viele KI-Systeme sind so weit gereift, dass sie für normale Menschen im Alltag nutzbar geworden sind – über ein simples Eingabefenster, am Rechner oder am Smartphone.

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KI als Sparringspartner nutzen: Wie Denken im Dialog produktiver wird

KI als Sparrungspartner

Ich nutze Künstliche Intelligenz nun seit ziemlich genau zwei Jahren. Am Anfang war das nüchtern und technisch: Texteingabe, Prompts tippen, Antworten lesen, korrigieren, neu ansetzen. So, wie es viele gemacht haben – vorsichtig, kontrolliert, mit einer gewissen Distanz. Das funktionierte, keine Frage. Aber es blieb etwas Mechanisches. Man stellte Fragen, bekam Antworten, hakte ab.

Relativ früh habe ich gemerkt, dass mir dabei etwas fehlte: Fluss. Denken ist kein Formular. Gute Gedanken entstehen nicht im Korsett sauber formulierter Eingaben, sondern im Gespräch, im Ausprobieren, im Lautdenken. Also habe ich begonnen, die KI-App häufiger auf dem Handy zu nutzen – und irgendwann schlicht zu sprechen, statt zu tippen. Das war der eigentliche Wendepunkt.

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Ulrike Guérot: Eine Europäerin zwischen Idee, Universität und öffentlichem Diskurs

Ulrike Guérot und Europa

Es gibt Menschen, deren Gedanken man nicht deshalb gerne verfolgt, weil man ihnen in allem zustimmt, sondern weil sie sich bemühen, die Dinge zu durchdringen. Ulrike Guérot gehört für mich zu diesen Stimmen. Seit einigen Jahren sehe ich mir immer wieder Vorträge von ihr an – nicht regelmäßig, nicht ritualisiert, sondern dann, wenn mir ein Thema begegnet, bei dem ich das Gefühl habe, dass es sich lohnt, genauer hinzuhören. Was dabei auffällt: Sie argumentiert ruhig, strukturiert und weitgehend unideologisch.

Das macht ihre Vorträge nicht spektakulär im medialen Sinn, aber tragfähig. Man kann ihr lange zuhören, ohne das Gefühl zu haben, dass hier ein fertiges Weltbild verkauft werden soll. Gerade in einer Zeit, in der politische Debatten häufig moralisch aufgeladen oder emotional verkürzt werden, wirkt diese Art des Sprechens fast altmodisch. Im besten Sinne.

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Reichweite ist kein Eigentum – Warum Sichtbarkeit heute nicht mehr ausreicht

Reichweite vs. Eigentum

Vor gut zehn Jahren habe ich mir einmal eher zufällig einen Vortrag angesehen, in dem es um den Übergang von der Informationsgesellschaft zur Wissensgesellschaft ging. Damals klang vieles davon noch theoretisch, fast akademisch. Es ging um Begriffe wie Datenhoheit, Eigentum an Informationen und die Frage, wer künftig eigentlich bestimmt, was zugänglich ist – und was nicht. Heute, mit etwas Abstand, wirkt dieser Vortrag erstaunlich präzise. Denn vieles von dem, was damals als Entwicklung beschrieben wurde, ist inzwischen Realität geworden. Immer mehr Daten sind in die Cloud gewandert. Immer mehr Informationen liegen nicht mehr auf eigenen Systemen, sondern in fremden Infrastrukturen. Und immer häufiger entscheidet nicht mehr der Nutzer, sondern ein Anbieter, eine Plattform oder ein Regelwerk darüber, was möglich ist.

Um diese Entwicklung zu verstehen, lohnt sich ein Schritt zurück. Denn die Informationsgesellschaft, in der viele von uns aufgewachsen sind, war kein Normalzustand. Sie war ein historischer Sonderfall.

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Spieltheorie erklärt 25 Jahre Geopolitik: Wie Europa seine strategische Rolle verlor

Spieltheorie erklärt 25 Jahre Geopolitik

Spieltheorie klingt für viele nach trockener Mathematik, nach Formeln, nach etwas, das nur in Vorlesungen oder Planspielen eine Rolle spielt. In Wahrheit ist sie jedoch ein uraltes Denkwerkzeug, das weit vor seiner akademischen Formalisierung existierte. Diplomaten nutzten es, Kommandeure nutzten es, Wirtschaftskapitäne nutzten es – lange bevor es diesen Namen überhaupt trug. Es ist am Ende nichts anderes als die nüchterne Frage:

„Wenn mehrere Akteure in einer unsicheren Lage entscheiden müssen – welche Optionen haben sie, und was folgt daraus?“

Dieses Denken ist heute erstaunlich selten geworden. Statt Alternativen zu analysieren, verengt sich vieles auf moralische Erzählungen oder spontane Deutungen. Dabei wäre gerade in geopolitischen Fragen die klare Analyse der Möglichkeiten das Fundament jeder reifen Politik. Genau dieses alte Handwerk möchte ich in diesem Artikel wieder aufgreifen.

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Unsterblichkeit durch Technik: Wie weit Forschung und KI wirklich sind

Digitale Unsterblichkeit

Seit es Menschen gibt, gibt es den Wunsch, das Leben zu verlängern – oder am liebsten gleich unendlich auszudehnen. Früher waren es Mythen, Religionen, Alchemisten oder geheimnisvolle Rituale, die den Menschen Hoffnung machten. Heute sitzen keine Zauberer mehr über alten Pergamenten, sondern einige der reichsten Menschen der Welt über modernster Biologie und KI-Technologie. Es klingt auf den ersten Blick nach Science-Fiction: Kann man Altern aufhalten? Kann man sich digital „konservieren“? Kann man sein Denken in eine Maschine übertragen?

Doch das Thema hat längst den Elfenbeinturm verlassen. Große Tech-Milliardäre investieren inzwischen Milliarden in Projekte, die genau diese Fragen ernsthaft untersuchen. Nicht, weil sie unsterbliche Götter werden wollen – sondern weil sie es sich leisten können, an den Grenzen des Machbaren zu forschen. Dieser Artikel erklärt ganz einfach, was hinter dieser Idee steckt, welche technischen Entwicklungen es heute schon gibt, wo die Grenzen liegen – und warum dieses Thema in den nächsten 20 Jahren immer wichtiger werden wird.

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Wie man heute schon KI-Spezialisten ausbilden kann – Chancen für Unternehmen und Azubis

KI-Spezialist ausbilden

Noch vor wenigen Jahren war Künstliche Intelligenz ein Thema für Forschungseinrichtungen und große Konzerne. Man sprach über neuronale Netze, Deep Learning oder Spracherkennung – aber im Alltag spielte das kaum eine Rolle. Heute ist KI kein Zukunftsthema mehr, sondern Realität: Sie schreibt Texte, erstellt Bilder, analysiert Daten und steuert Produktionsprozesse. Ob in Verwaltung, Handwerk oder Industrie – überall taucht sie inzwischen auf.

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