Künstliche Intelligenz ohne Hype: Warum weniger KI-Tools oft bessere Arbeit bedeuten

Künstliche Intelligenz ohne Hype

Wer sich heute mit dem Thema künstliche Intelligenz beschäftigt, stößt fast zwangsläufig auf ein merkwürdiges Gefühl: ständige Unruhe. Kaum hat man sich an ein Werkzeug gewöhnt, tauchen schon die nächsten zehn auf. Auf YouTube jagt ein Video das nächste: „Dieses KI-Tool verändert alles“, „Das musst du jetzt unbedingt nutzen“, „Wer das verpasst, bleibt zurück“. Und jedes Mal schwingt unterschwellig dieselbe Botschaft mit: Du bist zu spät. Die anderen sind weiter. Du musst aufholen.

Das betrifft längst nicht nur IT-Leute. Auch Selbstständige, Kreative, Unternehmer oder ganz normale Angestellte spüren diesen Druck. Viele wissen gar nicht genau, was diese Tools eigentlich machen – aber sie haben das Gefühl, dass sie etwas verpassen könnten. Und genau das erzeugt Stress.

Weiterlesen

Dieter Hallervorden – Mehr als Didi: Porträt eines unbequemen Freigeists

Dieter Hallervorden und die Wühlmäuse in Berlin

Es gibt Figuren, die kleben einem Menschen ein Leben lang an den Fersen. Manche wie ein schlecht sitzender Anzug, andere wie ein alter Freund, der ungefragt immer wieder vorbeikommt. Bei Dieter Hallervorden heißt dieser Freund „Didi“. Und er klingelt nicht, er schlägt. Auf einen imaginären Gong. Palim, Palim! – und schon weiß fast jeder, wer gemeint ist.

Doch genau hier beginnt das Missverständnis. Denn wer Dieter Hallervorden auf diesen einen Moment reduziert, auf die Slapstick-Nummer, auf das stolpernde Gesicht und die überzeichnete Naivität, verpasst den eigentlichen Menschen dahinter. Der Spaßmacher war immer nur die Oberfläche. Darunter arbeitete ein Kopf, der wacher war, als ihm viele zutrauten – und ein Charakter, der sich nie gern sagen ließ, wo es langzugehen hat. Dieses Porträt ist daher kein nostalgischer Rückblick auf Fernsehunterhaltung vergangener Jahrzehnte. Es ist der Versuch, einen Künstler ernst zu nehmen, der jahrzehntelang bewusst nicht ernst genommen werden wollte – und genau deshalb so wirkungsvoll war.

Weiterlesen

Elektroauto, Hybrid und E-Roller: Eine realistische Betrachtung jenseits der Ideologie

Elektromobilität - E-Scooter/Roller, Hybrid, Elektroauto

Elektromobilität ist für viele Menschen ein abstraktes Thema, geprägt von politischen Debatten, Förderprogrammen und Marketingversprechen. In der Praxis entsteht jedoch ein ganz anderes Bild, sobald man selbst mit elektrischen Fahrzeugen unterwegs ist. Eigene Erfahrungen reichen heute oft weiter als jede theoretische Diskussion – vom E-Scooter über Elektroroller bis hin zu Hybridfahrzeugen.

Diese Perspektive ist wichtig, weil Elektromobilität selten dort beginnt, wo sie öffentlich diskutiert wird. Sie beginnt nicht beim Elektroauto, sondern deutlich früher – bei kleinen, leichten Fahrzeugen, bei kurzen Strecken und bei ganz pragmatischen Alltagsfragen.

Weiterlesen

Vicco von Bülow alias Loriot – Ordnung, Form und der leise Widerstand des Humors

Es gibt Künstler, die drücken ihre Meinung wie einen Stempel aufs Papier: sichtbar, unübersehbar, manchmal auch ein wenig billig. Und dann gibt es Vicco von Bülow – Loriot –, der das Gegenteil verkörpert: Haltung ohne Getöse. Er konnte, wenn er wollte, sehr deutlich werden. Aber er tat es nicht mit dem Zeigefinger, sondern mit einer Präzision, die erst zum Lachen führt und dann – fast unmerklich – den Ernst nachliefert. Gerade in späteren Interviews zeigt sich das: Er redet nicht in Parolen, sondern in Nuancen. Zwischen den Zeilen steckt oft mehr Klartext, als man in mancher lauten Rede findet.

Und vielleicht beginnt genau hier das eigentliche Porträt: Nicht bei den berühmten Sketchen, nicht bei den Zitaten, die jeder kennt, sondern bei der Frage, wie ein Mensch so wird, dass er die Welt gleichzeitig freundlich und unerbittlich genau betrachten kann.

Weiterlesen

Multiple Chemikalien Sensitivität neu gedacht – Nervensystem, CMD und funktionelle Ursachen

MCS neu gedacht: Zusammenhang mit CMD und Fehlhaltungen

Ich schreibe diesen Artikel nicht als Arzt, nicht als Umweltmediziner und auch nicht als „Experte“ im klassischen Sinne, sondern aus direkter Erfahrung heraus. Seit etwa fünf bis sechs Jahren habe ich selbst mit chemischen Sensitivitäten zu tun – mal stärker, mal schwächer, aber über längere Zeiträume hinweg eindeutig spürbar.

Rückblickend begann das Ganze bei mir in einem Zeitraum, der auffällig mit einem zahnmedizinischen Eingriff zusammenfiel: Nachdem mir ein Zahn gezogen worden war, traten nach und nach Reaktionen auf, die ich vorher so nicht kannte. Schon damals hatte ich den Verdacht, dass das möglicherweise nicht „nur“ ein Umweltproblem ist, sondern auch mit dem Körper selbst, mit Stressregulation, vielleicht sogar mit Zähnen, Kiefer oder dem gesamten System dahinter zusammenhängen könnte.

Weiterlesen

Unternehmerische Insolvenz: Eine persönliche Erfahrung mit Leitfaden für Krisenzeiten

Leitfaden Unternehmerische Insolvenz

Rückblickend begann für mich im Jahr 2007 alles mit einem Geschäftsmodell, das erstaunlich stabil war. Ich verkaufte Refurbished Apple-Hardware – also aufbereitete Geräte – und hatte dafür einen direkten Kontakt zu Apple. Genauer gesagt zu jemandem, der damals die Refurbished-Abteilung leitete. Das war keine anonyme Beziehung, sondern ein funktionierender Draht mit klaren Absprachen. Die Ware war gefragt, die Preise realistisch, und die Margen waren – gemessen an dem, was später noch kommen sollte – solide.

Dieses Modell hatte einen entscheidenden Vorteil: Es war flexibel. Die Ware war günstiger im Einkauf, die Zielgruppe preissensibel, aber dankbar, und die Erwartungen waren klar. Niemand erwartete Hochglanz, sondern Funktion. Für einen Unternehmer ist das oft die gesündeste Phase: überschaubare Kosten, klare Abläufe, wenig Illusionen.

Weiterlesen

Dauerkrise als Normalzustand: Wie Narrative unsere Wahrnehmung verzerren

Dauerkrise, Narrative

Es ist merkwürdig, wie bestimmte Entwicklungen sich leise anschleichen und erst rückblickend ihre ganze Wirkung zeigen. Wenn ich heute darüber nachdenke, wie ich Nachrichten wahrnehme, merke ich, dass sich mein Umgang damit schon vor mehr als zwanzig Jahren grundlegend verändert hat. Seit der Jahrtausendwende schaue ich kaum noch klassische Fernsehnachrichten. Das war nie eine bewusste Entscheidung gegen etwas – eher ein schleichendes Herauswachsen. Irgendwann fiel mir schlicht auf, dass die tägliche Berieselung durch wechselnde Weltuntergänge weder mein Leben verbesserte noch meine Sicht klarer machte.

Weiterlesen

Jan-Josef Liefers: Ein Porträt über Haltung, Herkunft und künstlerische Freiheit

Jan-Josef Liefers

Wenn man Jan-Josef Liefers heute als exzentrischen Professor Boerne im „Tatort“ sieht, vergisst man leicht, wie weit der Weg dorthin war. Ich selbst habe ihn in dieser Rolle immer gern gesehen: als Mischung aus Feingeist, Narzissmus, Humor und verblüffender Klarheit. Aber genau diese Mischung kommt nicht aus dem Nichts. Sie ist das Ergebnis eines Lebens, das in einem ganz anderen Deutschland begonnen hat – in der DDR, in einem Land mit engen Grenzen und klaren Vorgaben.

Um zu verstehen, warum Liefers heute so konsequent Haltung zeigt, muss man dorthin zurückgehen: in seine Kindheit, in die Theaterwelt seiner Eltern und in eine Zeit, in der Kritik am System alles andere als folgenlos war.

Weiterlesen