Iran verstehen: Alltag, Proteste und Interessen jenseits der Schlagzeilen

Iran verstehen

Kaum ein Land ruft so feste Bilder hervor wie der Iran. Noch bevor ein einzelnes Detail genannt wird, sind die Assoziationen bereits da: Mullahs, Unterdrückung, Proteste, religiöser Fanatismus, ein Staat im permanenten Konflikt mit der eigenen Bevölkerung. Diese Bilder sind so vertraut, dass sie kaum noch hinterfragt werden. Sie wirken selbstverständlich, fast wie Allgemeinwissen.

Und genau darin liegt das Problem. Denn dieses „Wissen“ stammt selten aus eigener Anschauung. Es stammt aus Schlagzeilen, aus Kommentaren, aus jahrelang wiederholten Erzählungen. Der Iran ist eines jener Länder, über die viele Menschen sehr klare Meinungen haben – obwohl sie nie dort waren, keine Sprache sprechen, keinen Alltag kennen. Das Bild ist vollständig, geschlossen, scheinbar widerspruchsfrei. Und gerade deshalb wirkt es so überzeugend. Doch was passiert, wenn ein Bild zu glatt wird?

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Leistenbruch verstehen: Warum Haltung und Statik oft entscheidender sind als gedacht

Leistenbruch, Haltung und Verspannungen

Mit Leistenbrüchen habe ich seit 2020 zu tun. Rückblickend fing es nicht mit einem dramatischen Unfall an, sondern eher mit einem Moment, in dem der Körper plötzlich ein deutliches Signal sendet: Da ist etwas anders. Ein Leistenbruch kann sich nämlich erstaunlich unspektakulär ankündigen – bis man ihn nicht mehr ignorieren kann. Bei mir kam er relativ plötzlich.

Ein paar Monate später folgte die erste Operation, aber der Weg war damit nicht „erledigt“. Gerade deshalb lohnt es sich, das Thema erst einmal sauber zu verstehen – so, wie es medizinisch gedacht ist, und gleichzeitig mit einem wachen Blick auf die Dinge, die dabei oft unter den Tisch fallen.

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Künstliche Intelligenz ohne Hype: Warum weniger KI-Tools oft bessere Arbeit bedeuten

Künstliche Intelligenz ohne Hype

Wer sich heute mit dem Thema künstliche Intelligenz beschäftigt, stößt fast zwangsläufig auf ein merkwürdiges Gefühl: ständige Unruhe. Kaum hat man sich an ein Werkzeug gewöhnt, tauchen schon die nächsten zehn auf. Auf YouTube jagt ein Video das nächste: „Dieses KI-Tool verändert alles“, „Das musst du jetzt unbedingt nutzen“, „Wer das verpasst, bleibt zurück“. Und jedes Mal schwingt unterschwellig dieselbe Botschaft mit: Du bist zu spät. Die anderen sind weiter. Du musst aufholen.

Das betrifft längst nicht nur IT-Leute. Auch Selbstständige, Kreative, Unternehmer oder ganz normale Angestellte spüren diesen Druck. Viele wissen gar nicht genau, was diese Tools eigentlich machen – aber sie haben das Gefühl, dass sie etwas verpassen könnten. Und genau das erzeugt Stress.

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Dieter Hallervorden – Mehr als Didi: Porträt eines unbequemen Freigeists

Dieter Hallervorden und die Wühlmäuse in Berlin

Es gibt Figuren, die kleben einem Menschen ein Leben lang an den Fersen. Manche wie ein schlecht sitzender Anzug, andere wie ein alter Freund, der ungefragt immer wieder vorbeikommt. Bei Dieter Hallervorden heißt dieser Freund „Didi“. Und er klingelt nicht, er schlägt. Auf einen imaginären Gong. Palim, Palim! – und schon weiß fast jeder, wer gemeint ist.

Doch genau hier beginnt das Missverständnis. Denn wer Dieter Hallervorden auf diesen einen Moment reduziert, auf die Slapstick-Nummer, auf das stolpernde Gesicht und die überzeichnete Naivität, verpasst den eigentlichen Menschen dahinter. Der Spaßmacher war immer nur die Oberfläche. Darunter arbeitete ein Kopf, der wacher war, als ihm viele zutrauten – und ein Charakter, der sich nie gern sagen ließ, wo es langzugehen hat. Dieses Porträt ist daher kein nostalgischer Rückblick auf Fernsehunterhaltung vergangener Jahrzehnte. Es ist der Versuch, einen Künstler ernst zu nehmen, der jahrzehntelang bewusst nicht ernst genommen werden wollte – und genau deshalb so wirkungsvoll war.

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Elektroauto, Hybrid und E-Roller: Eine realistische Betrachtung jenseits der Ideologie

Elektromobilität - E-Scooter/Roller, Hybrid, Elektroauto

Elektromobilität ist für viele Menschen ein abstraktes Thema, geprägt von politischen Debatten, Förderprogrammen und Marketingversprechen. In der Praxis entsteht jedoch ein ganz anderes Bild, sobald man selbst mit elektrischen Fahrzeugen unterwegs ist. Eigene Erfahrungen reichen heute oft weiter als jede theoretische Diskussion – vom E-Scooter über Elektroroller bis hin zu Hybridfahrzeugen.

Diese Perspektive ist wichtig, weil Elektromobilität selten dort beginnt, wo sie öffentlich diskutiert wird. Sie beginnt nicht beim Elektroauto, sondern deutlich früher – bei kleinen, leichten Fahrzeugen, bei kurzen Strecken und bei ganz pragmatischen Alltagsfragen.

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Vicco von Bülow alias Loriot – Ordnung, Form und der leise Widerstand des Humors

Es gibt Künstler, die drücken ihre Meinung wie einen Stempel aufs Papier: sichtbar, unübersehbar, manchmal auch ein wenig billig. Und dann gibt es Vicco von Bülow – Loriot -, der das Gegenteil verkörpert: Haltung ohne Getöse. Er konnte, wenn er wollte, sehr deutlich werden. Aber er tat es nicht mit dem Zeigefinger, sondern mit einer Präzision, die erst zum Lachen führt und dann – fast unmerklich – den Ernst nachliefert. Gerade in späteren Interviews zeigt sich das: Er redet nicht in Parolen, sondern in Nuancen. Zwischen den Zeilen steckt oft mehr Klartext, als man in mancher lauten Rede findet.

Und vielleicht beginnt genau hier das eigentliche Porträt: Nicht bei den berühmten Sketchen, nicht bei den Zitaten, die jeder kennt, sondern bei der Frage, wie ein Mensch so wird, dass er die Welt gleichzeitig freundlich und unerbittlich genau betrachten kann.

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Multiple Chemikalien Sensitivität neu gedacht – Nervensystem, CMD und funktionelle Ursachen

MCS neu gedacht: Zusammenhang mit CMD und Fehlhaltungen

Ich schreibe diesen Artikel nicht als Arzt, nicht als Umweltmediziner und auch nicht als „Experte“ im klassischen Sinne, sondern aus direkter Erfahrung heraus. Seit etwa fünf bis sechs Jahren habe ich selbst mit chemischen Sensitivitäten zu tun – mal stärker, mal schwächer, aber über längere Zeiträume hinweg eindeutig spürbar.

Rückblickend begann das Ganze bei mir in einem Zeitraum, der auffällig mit einem zahnmedizinischen Eingriff zusammenfiel: Nachdem mir ein Zahn gezogen worden war, traten nach und nach Reaktionen auf, die ich vorher so nicht kannte. Schon damals hatte ich den Verdacht, dass das möglicherweise nicht „nur“ ein Umweltproblem ist, sondern auch mit dem Körper selbst, mit Stressregulation, vielleicht sogar mit Zähnen, Kiefer oder dem gesamten System dahinter zusammenhängen könnte.

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Unternehmerische Insolvenz: Eine persönliche Erfahrung mit Leitfaden für Krisenzeiten

Leitfaden Unternehmerische Insolvenz

Rückblickend begann für mich im Jahr 2007 alles mit einem Geschäftsmodell, das erstaunlich stabil war. Ich verkaufte Refurbished Apple-Hardware – also aufbereitete Geräte – und hatte dafür einen direkten Kontakt zu Apple. Genauer gesagt zu jemandem, der damals die Refurbished-Abteilung leitete. Das war keine anonyme Beziehung, sondern ein funktionierender Draht mit klaren Absprachen. Die Ware war gefragt, die Preise realistisch, und die Margen waren – gemessen an dem, was später noch kommen sollte – solide.

Dieses Modell hatte einen entscheidenden Vorteil: Es war flexibel. Die Ware war günstiger im Einkauf, die Zielgruppe preissensibel, aber dankbar, und die Erwartungen waren klar. Niemand erwartete Hochglanz, sondern Funktion. Für einen Unternehmer ist das oft die gesündeste Phase: überschaubare Kosten, klare Abläufe, wenig Illusionen.

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