Magazin für Europa, KI, Digitalisierung & Gesellschaft

Aktuelle Beiträge

Künstliche Intelligenz und Energie: Was der KI-Boom wirklich kostet

KI, Energie und Nachhaltigkeit

Künstliche Intelligenz wirkt auf den ersten Blick fast schwerelos. Man tippt eine Frage ein, Sekunden später erscheint eine Antwort. Kein Lärm, kein Rauch, keine sichtbare Bewegung. Alles passiert scheinbar „in der Cloud“. Genau darin liegt der Denkfehler. KI ist keine abstrakte Zauberei, sondern das Ergebnis sehr konkreter, physischer Prozesse. Hinter jeder Antwort stehen Rechenzentren, Stromleitungen, Kühlsysteme, Chips und ganze Infrastrukturen. Je stärker KI in unseren Alltag drängt, desto sichtbarer wird diese Realität. Und genau hier beginnt die Frage nach der Nachhaltigkeit.

Wer über KI spricht, ohne über Energie, Ressourcen und Infrastruktur zu sprechen, beschreibt nur die Oberfläche. Dieser Artikel setzt tiefer an. Nicht mit Alarmismus, sondern mit einem nüchternen Blick auf das, was KI tatsächlich braucht, um zu funktionieren – heute und in Zukunft.

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Sinkende Gasspeicher in Deutschland: Technik, Grenzen und politische Konsequenzen

Gasspeicher in Deutschland

Wenn in den Nachrichten von „40 Prozent Füllstand der Gasspeicher“ die Rede ist, klingt das zunächst abstrakt. Prozentzahlen wirken technisch, weit weg vom Alltag. Und doch steckt dahinter etwas sehr Konkretes: die Frage, wie stabil unsere Energieversorgung wirklich ist – nicht theoretisch, sondern im ganz praktischen Alltag.

Gas wird in Deutschland nicht nur für Industrieanlagen oder Kraftwerke gebraucht. Es heizt Wohnungen, versorgt Warmwasser, treibt Fernwärmenetze an und ist in vielen Regionen nach wie vor das zentrale Rückgrat der Energieversorgung. Anders als Strom lässt sich Gas aber nicht beliebig „auf Knopfdruck“ erzeugen. Es muss gefördert, transportiert – und vor allem gespeichert werden.

Genau hier kommen die Gasspeicher ins Spiel. Sie sind so etwas wie der Vorratsschrank des Landes. Solange er gut gefüllt ist, macht sich kaum jemand Gedanken. Wird er sichtbar leerer, tauchen Fragen auf: Reicht das noch? Für wie lange? Und was passiert, wenn es weiter bergab geht?

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Ist Töten würdelos? Eine nüchterne Frage zu Mord, Terror und Krieg

Ist Töten würdelos?

Wir leben in unruhigen Zeiten. Krieg, Terror, Gewalt – all das ist wieder sehr präsent. In den Nachrichten, in politischen Debatten, in Gesprächen am Rand. Entscheidungen über Krieg und Frieden werden getroffen, oft schnell, oft mit großer Entschlossenheit. Es wird argumentiert, abgewogen, gerechtfertigt. Und doch bleibt bei mir ein Unbehagen zurück.

Nicht, weil ich glaube, dass alles einfach wäre oder weil ich mir eine konfliktfreie Welt erträumen würde. Sondern weil mir auffällt, wie selten eine ganz bestimmte Frage gestellt wird. Eine Frage, die weder juristisch noch militärisch ist. Eine Frage, die nicht nach Schuld oder Recht fragt, sondern nach etwas Grundsätzlicherem. Diese Frage lautet: Was macht es mit einem Menschen, wenn er einen anderen Menschen tötet?

Dieser Artikel ist der Versuch, diese Frage ruhig und nüchtern zu stellen – ohne Anklage, ohne moralisches Pathos und ohne aktuelle Ereignisse zu instrumentalisieren.

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Mehr als Punk: Nina Hagen, Cosma Shiva und die Kunst, sich nicht vereinnahmen zu lassen

Nina und Cosma Shiva Hagen im Portrait

Wenn Du Dich einem Porträt von Nina Hagen näherst, ist die Versuchung groß, zuerst über Musik zu sprechen. Über Punk, Provokation, schrille Auftritte. Über all das, was laut ist und sichtbar. Dieses Porträt beginnt bewusst anders. Nicht bei Songs, nicht bei Stilen, nicht bei Bildern. Sondern bei etwas, das leiser ist – und tragender: Haltung.

Haltung ist kein Etikett. Sie lässt sich nicht anziehen wie ein Kostüm, nicht nachträglich aufkleben, nicht mit Marketing erklären. Haltung zeigt sich im frühen Verhalten, lange bevor jemand berühmt wird. Sie zeigt sich darin, wie jemand auf Begrenzungen reagiert, auf Widersprüche, auf Macht. Und genau dort wird Nina Hagen interessant – nicht als Ikone, sondern als Persönlichkeit.

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Warum Abstand kein Rückzug ist – und wie ein Freeze-out Orientierung schafft

Freezeout - Abstand in Krisen

Wenn Du mitten in einer Krise steckst, wirkt alles dringlich. Du hast das Gefühl, sofort handeln zu müssen, sofort sprechen zu müssen, sofort entscheiden zu müssen. Und oft kommt noch ein zweites Gefühl dazu: Wenn Du jetzt nicht dranbleibst, rutscht Dir alles weg. Das ist verständlich. Es ist auch menschlich. Nur: Genau an dieser Stelle beginnt häufig der Fehler.

Denn Nähe ist nicht automatisch Klarheit. Nähe kann auch bedeuten, dass Du zu nah dran bist, um überhaupt noch zu sehen, was wirklich passiert. So wie man ein Gemälde nicht erkennt, wenn man mit der Nase an der Leinwand klebt. Du siehst dann nur noch einzelne Pinselstriche – und hältst sie für das ganze Bild.

Ein Freeze-out ist, richtig verstanden, nichts anderes als ein Schritt zurück. Nicht, um wegzulaufen, sondern um wieder sehen zu können.

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Iran verstehen: Alltag, Proteste und Interessen jenseits der Schlagzeilen

Iran verstehen

Kaum ein Land ruft so feste Bilder hervor wie der Iran. Noch bevor ein einzelnes Detail genannt wird, sind die Assoziationen bereits da: Mullahs, Unterdrückung, Proteste, religiöser Fanatismus, ein Staat im permanenten Konflikt mit der eigenen Bevölkerung. Diese Bilder sind so vertraut, dass sie kaum noch hinterfragt werden. Sie wirken selbstverständlich, fast wie Allgemeinwissen.

Und genau darin liegt das Problem. Denn dieses „Wissen“ stammt selten aus eigener Anschauung. Es stammt aus Schlagzeilen, aus Kommentaren, aus jahrelang wiederholten Erzählungen. Der Iran ist eines jener Länder, über die viele Menschen sehr klare Meinungen haben – obwohl sie nie dort waren, keine Sprache sprechen, keinen Alltag kennen. Das Bild ist vollständig, geschlossen, scheinbar widerspruchsfrei. Und gerade deshalb wirkt es so überzeugend. Doch was passiert, wenn ein Bild zu glatt wird?

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Warum ein eigenes Magazin für Unternehmen heute wichtiger ist als Werbung

Magazin als Eigentum

Wenn man heute mit Unternehmern über Sichtbarkeit spricht, dann geht es fast immer um Reichweite. Man spricht über Auffindbarkeit bei Google, über Social Media, über bezahlte Anzeigen bei Google oder auf anderen Plattformen, Klickzahlen, Follower und Interaktionen. Sichtbarkeit gilt als Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg, und in vielen Branchen stimmt das auch.

Was dabei selten thematisiert wird, ist eine leise, aber entscheidende Verschiebung: Die meisten Unternehmen sind heute sichtbar – aber auf Flächen, die ihnen nicht gehören. Diese Entwicklung ist nicht dramatisch verlaufen. Sie war bequem, schrittweise und scheinbar logisch. Genau deshalb wird sie kaum hinterfragt.

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Nord Stream Sprengung: Sabotage, Machtpolitik und die unbequemen offenen Fragen

Nord Stream Sprengung

Wenn Menschen über Energie reden, denken viele zuerst an Strom – an Licht, an Steckdosen, an Kraftwerke. In der Realität hängt Europas Alltag jedoch an einem stilleren Fundament: an Wärme und Prozessenergie. Erdgas ist dabei über Jahrzehnte zu einer Art unsichtbarem Rückgrat geworden. Nicht, weil es besonders „schön“ wäre, sondern weil es praktisch ist: Es lässt sich gut transportieren, relativ flexibel einsetzen und in großen Mengen zuverlässig bereitstellen. Für Privathaushalte bedeutet das Heizung und warmes Wasser. Für die Industrie bedeutet es vor allem eines: planbare Produktion.

Gerade in Branchen wie Chemie, Glas, Stahl, Papier, Keramik oder Düngemittel ist Energie nicht einfach ein Kostenfaktor, den man „optimiert“. Energie ist dort ein Bestandteil des Prozesses. Fällt sie aus oder wird unzuverlässig, steht nicht nur eine Maschine still – dann steht oft ein gesamtes Werk, manchmal eine ganze Lieferkette. Das ist der Punkt, an dem „Energiepolitik“ aufhört, ein abstraktes Streitthema zu sein, und anfängt, ganz konkret über Arbeitsplätze, Preise, Verfügbarkeit und Stabilität zu entscheiden. Wer das verstanden hat, versteht auch, warum Nord Stream für Europa weit mehr war als ein Infrastrukturprojekt am Meeresboden.

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